
Beeindruckende Kulisse: In der Landesvertretung Niedersachsens in den Berliner Ministergärten fanden die VDS-Jahreshauptversammlung 2026 und die anschließende Gala statt. Foto: Uli Digmayer
Zu seiner jährlichen Hauptversammlung lud der VDS am 20. April 2026 nach Berlin. Für den VNBS war der erste Vorsitzende Uli Digmayer in die Hauptstadt gereist. Die knapp dreieinhalbstündige Sitzung in den Räumlichkeiten der Landesvertretung Niedersachsen fand unter Leitung von VDS-Präsident Andre Keil in einer konstruktiven, von sachlichen Diskussionen geprägten Atmosphäre statt.
Ein zentrales Thema der turnusmäßigen Versammlung war die finanzielle Situation des Verbands. Schatzmeister Wolfram Köhli verdeutlichte in seinem Kassenbericht, dass eine Beitragserhöhung ab dem Jahr 2028 wohl unumgänglich sei. Aktuell müssen die Regionalvereine pro Mitglied 72 Euro an den VDS abführen, aufgrund der Teuerungsrate kämen davon aber nur noch 56,16 Euro tatsächlich an. Letztmals war der Beitrag 2021 erhöht worden. Köhli regte eine jährliche automatische Anpassung der Beiträge an die Teuerungsrate an oder aber eine generelle Erhöhung um monatlich zehn Euro.

Präsidium und Delegierte bei der Arbeit: Ein Blick auf das Podium der VDS-JHV 2026. Foto: Uli Digmayer
Denkbar wären allerdings auch Modelle, wonach bislang im Mitgliedsbeitrag enthaltene, in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaute Serviceleistungen künftig nicht mehr inkludiert sind – etwa die Ausgabe der in der Herstellung teuren Presseausweise oder eine kostenlose Rechtsberatung. Die Regionalvereine wurden gebeten, bis zum Herbst in ihren Reihen ein Meinungsbild zu erstellen und dem VDS entsprechende Vorschläge zu unterbreiten.
Der Fotowettbewerb „Sportfoto des Jahres“ wird nicht mehr in Kooperation mit dem „kicker“ durchgeführt, weil man sich mit der Marketingabteilung des Olympia Verlags nicht auf die Konditionen für eine weitere Zusammenarbeit einigen konnte. Der VDS wird den renommierten Wettbewerb zunächst notgedrungen selbst stemmen, ist aber auf der Suche nach einem neuen Partner. Dafür wird der Verband künftig vom „kicker“ in die traditionelle Umfrage zum „Fußballer des Jahres“ eingebunden.
Weitgehend reibungslos verlief die Umstellung bei der Beantragung der Presseausweise über die neue VDS-Datenbank. Mit wenigen Ausnahmen konnten die Dokumente so früh vergeben werden wie noch nie. Geschäftsführer Thorsten Poppe dankte allen Regionalvereinen für die problemlose Umsetzung. Erfreulich sei auch, dass der Mitgliederrückgang etwas gebremst wurde, viele neue Mitglieder gewonnen werden konnten und jedes vierte der rund 3000 VDS-Mitglieder inzwischen weiblich ist.

Prominente Laudator: Fußballweltmeister Philipp Lahm überreichte das Goldene Band stellvertretend für die Ehrenamtlichen des deutschen Sports an DOSB-Präsident Thomas Weikert. Foto: Uli Digmayer
Der von Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (CDU) eröffnete Gala-Abend stand dann ganz im Zeichen des Jubiläums des „Goldenen Bands“, das vor genau 100 Jahren von Sportjournalisten in Berlin ins Leben gerufen worden war. Heuer wurde die Auszeichnung den fast 8,8 Millionen Ehrenamtlichen im deutschen Sport gewidmet. Fußball-Weltmeister Philipp Lahm überreichte das „Goldene Band“ stellvertretend an Thomas Weikert, den Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). „Es ist den Sportjournalistinnen und Sportjournalisten ein großes Anliegen, das Ehrenamt im deutschen Sport zu würdigen. Ohne die Ehrenamtlichen gäbe es den deutschen Sport in dieser Breite nicht“, erklärte VDS-Präsident Keil und betonte: „Wir wollen hier das soziale Engagement, das Wirken für den Zusammenhalt und die Solidarität in der Gesellschaft auszeichnen – das sind die Grundpfeiler der Demokratie.“
Im Anschluss gehörte die Bühne den diesjährigen Preisträgern der diversen Berufswettbewerbe – vom Großen VDS-Preis über den Nachwuchspreis und den Herbert-Zimmermann-Preis bis hin zum Video- und Multimedia-Preis. Eine detaillierte Übersicht aller ausgezeichneten Kolleginnen und Kollegen und ihrer prämierten Beiträge findet sich auf der VDS-Homepage.
Am 19./20. April 2027 wird es für den VDS und seine Regionalvereine ein Wiedersehen mit Berlin geben – dann feiert der Verband an der Spree im großen Stil seinen 100. Geburtstag. Zu diesem Anlass soll dann auch die historische Studie zur Rolle des VDS während der NS-Zeit, ein Mammutprojekt mit voraussichtlich über 600 Seiten, offiziell präsentiert werden. ULI DIGMAYER
